Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs

Homophobe Österreicher sorgen europaweit für Schlagzeilen

„Otto Maximale“ übt sich neuerdings öffentlich in der Rolle des Schwulenhassers.

Nachdem gestern Andreas Laun in der französischen Tageszeitung Libération als Vertreter der sogenannten „Homosexuellenheilung“ für negative Aufmerksamkeit sorgte, berichten heute skandinavische Zeitungen groß über anti-homosexuelle Aussagen von Otto Baric, dem österreichischen Trainer der kroatischen Fußballnationalmannschaft. Baric hatte in einem Interview mit dem kroatischen Medium Jutarnji List erklärt, Homosexuelle seien „abnormal“. Es sei auch offizielle Entscheidung, keine Homosexuellen in der Nationalmannschaft zu dulden. „Ich weiß, dass es in meiner Mannschaft keine Homosexuellen gibt. Ich erkenne einen Schwulen innerhalb von zehn Minuten, und ich möchte sie nicht in meinem Team haben“, wird Baric heute in der Internetausgabe der schwedischen Tageszeitung Expressen zitiert.

Österreich gerät in Verruf

„Mit solchen homophoben Äußerungen kann man vielleicht in Österreich noch Sympathie bei einigen Unverbesserlichen erheischen – siehe die Aussagen von ÖVP-Bundespräsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner vom Wochenende, aber im restlichen Europa rufen sie höchstens Kopfschütteln, Häme, sarkastische Bemerkungen oder einfach mitleidiges Lächeln hervor“, kommentiert Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, die peinlichen Entgleisungen des Menschenkenners Otto Baric. „Wir fordern die österreichische Sportwelt auf, auf kritische Distanz zu Barics Äußerungen zu gehen und diese uneingeschränkt zu verurteilen!“

Schlechtes Vorbild

„Derartige Aussagen sind allerdings insofern eine Katastrophe“, ergänzt HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, „als sie all jene Bemühungen konterkarieren, die darauf gerichtet sind, Rassismus und Homophobie aus den Fußballstadien zu verbannen. Während die EU durch ihr Antidiskriminierungsprogramm Projekte fördert, die auf Fußballfans aufklärerisch einwirken, damit sie bei Matches keine rassistischen und homophoben Sprüche schreien, greift ein Nationaltrainer, der eigentlich ein Vorbild sein sollte, in die tiefste homophobe Schublade und macht die positiven Bestrebungen wieder zunichte.“

HINWEIS: Der gestrige Libération-Bericht über Launs Involvierung in die Heilungsseminare für Homosexuelle fußt übrigens auf der diesbezüglichen Schwerpunktberichterstattung in den letzten beiden Ausgaben der HOSI-Wien-Zeitschrift LAMBDA-Nachrichten (Nr. 4/03 und Nr. 1/04).

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