Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs

Aufruf zum Regenbogenprotest am 24.10.2013

Am kommenden Donnerstag, den 24. Oktober 2013, findet in der Wiener Hofburg die Galanacht der russischen Wirtschaft statt. Ziel der VeranstalterInnen ist es, die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Russland zu stärken. In einer Zeit, in der sich die Menschenrechtssituation in Russland ganz allgemein zunehmend verschlechtert und jene von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen aufgrund jüngst erlassener homo-feindlicher Gesetze besonders prekär geworden ist, fordert eine solche Veranstaltung den Protest gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen in Russland geradezu heraus. Die HOSI Wien ruft daher gemeinsam mit 15 weiteren österreichischen LSBT-Organisationen und -Institutionen zum Regenbogenprotest auf. Gemeinsam wollen wir am Donnerstag ab 18 Uhr am Heldenplatz ein Zeichen gegen Trans- und Homophobie setzen! Komm zur Demonstration vor die Hofburg!

To Russia With Love Austria – Austria Break The Silence

Trotz internationaler Proteste werden die Rechte homosexueller Menschen in Russland durch Gesetze immer mehr eingeschränkt. AktivistInnen bemerken eine Zunahme brutaler Übergriffe auf Lesben und Schwule. Die Initiative „ToRussiaWithLoveAustria“ vereint derzeit 16 Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Öffentlichkeit auf diese bedenklichen Entwicklungen aufmerksam zu machen.
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Hintergrund
Im Juni 2013 verabschiedete das russische Parlament ein Gesetz, das sogenannte „homosexuelle Propaganda“, die auch von Minderjährigen wahrgenommen werden kann, unter Strafe stellt. Das Gesetz sieht saftige Geldstrafen für diejenigen vor, die zur „Verbreitung von Informationen unter Minderjährigen über nicht-traditionelle sexuelle Ausrichtung“ beitragen oder „den gleichen gesellschaftlichen Wert von traditionellen und nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen“ propagieren. Dieses Gesetz gilt auch für AusländerInnen, die mit bis zu 15 Tagen Haft und Ausweisung aus Russland bestraft werden. Dieses Gesetz stellt nicht nur einen direkten Angriff auf das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit von Homosexuellen und Transgender-Personen dar, sondern ist eine menschenrechtswidrige Zensurmaßnahme, die auch alle Medien, die Wissenschaft, die Schulen und überhaupt den freien Diskurs über Sexualität in der Gesellschaft ganz allgemein beeinträchtigt. Die Absicht der russischen Regierung ist es, jedwede Äußerung über Homosexualität in der Öffentlichkeit zu unterbinden.

Die russischen Gesetzgeber ignorieren die massive Kritik aus der internationalen LSBT-Gemeinschaft und ihren UnterstützerInnen in der Zivilgesellschaft. Ihre Proteste stoßen auf taube Ohren. Russische Behörden scheinen die negativen Folgen der aufgeflammten Hexenjagd zu ignorieren bzw. zu tolerieren. Es haben sich Gruppen in sozialen Netzwerken gebildet, welche starken Zulauf erleben und die zum Angriff auf LSBT-Personen aufrufen. In der Folge kommt es zu Übergriffen, Erniedrigung sowie physischer und psychischer Gewalt. Diese Taten werden gefilmt und im Internet verbreitet – als Warnung und als Aufforderung, mitzumachen.

Einige LSBT-AktivistInnen sehen ihren einzigen Ausweg in der Flucht aus Russland. Lesbische und schwule Jugendliche werden durch diese Gesetze massiv diskriminiert, und es wird ihnen de facto unmöglich gemacht, sich Unterstützung zu suchen. Diese Gesetzgebung und die dadurch verstärkte homophobe Stimmung stellen eine extreme psychische Belastung für junge Schwulen und Lesben dar. Wir reden hier von mindestens 15 Millionen Menschen, deren essenzielle Menschenrechte beschnitten werden und die ihr Leben und Lieben verstecken müssen.

Die Kampagne „ToRussiaWithLove“ wurde im August 2013 in Dänemark gegründet, um durch verschiedene Aktionen die Öffentlichkeit zu informieren und Druck auf die Politik – sowohl in Dänemark als auch in Russland – auszuüben. So wurde eine Demonstration mit 13.000 TeilnehmerInnen in Kopenhagen organisiert sowie eine Unterschriftenaktion gestartet, bei der 50.000 Unterschriften gesammelt wurden, die bei einem Termin in der russischen Botschaft in Kopenhagen dem russischen Botschafter übergeben wurden. Die Kampagne zielt nicht auf Boykott-Aufrufe ab (z. B. Olympische Winterspiele in Sotschi, Wodka etc.), sondern versucht, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, die AktivistInnen in Russland zu unterstützen und die Politik zum Handeln zu bewegen.

„ToRussiaWith Love“ in Österreich

luiDie Kampagne wurde als „ToRussiaWithLoveAustria“ von Gerd Picher und der AIDS-Hilfe Wien nach Österreich gebracht. Als erste Aktion wurde eine Foto-Solidaritätsaktion gestartet. Es sollen möglichst viele Menschen Fotos mit dem Logo von „ToRussiaWithLoveAustria“ machen und an uns senden. Das Logo kann unter www.facebook.com/torussiawithloveaustria heruntergeladen werden. Ausdrucken, Foto machen (alleine oder mit FreundInnen), an unsere Facebook-Seite oder senden und Solidarität zeigen!

Regenbogendemonstration am 24. Oktober 2013

Datum/Uhrzeit: Donnerstag, 24. 10. 2013, ab 18 Uhr

Ort: Hofburg, Heldenplatz, 1010 Wien

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