Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs

Lesben gegen Transfeindlichkeit #LwiththeT

Veranstaltungsreihe zu inklusivem Feminismus in Solidarität mit transidenten Personen in der LGBTIQ-Community startet im November in Wien.

Wien (OTS) – Mit wachsender Fassungslosigkeit beobachten wir seit Monaten, wie transfeindliche Diskurse versuchen, einen Keil zwischen Lesben, Schwule, Bisexuelle, transidente, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen zu treiben. Wir, das ist ein Zusammenschluss von mehrheitlich lesbischen Frauen

aus verschiedenen Organisationen der LGBTIQ-Community, positionieren uns mit dieser Stellungnahme gegen Transfeindlichkeit in jeder Form. Aussagen, die transidenten Personen ihr Existenzrecht absprechen, ja ihre Menschenrechte gar zur Diskussion stellen, sind keine Meinungen, sondern sie schüren Vorurteile und Hass gegen transidente Personen. Ein solches Verhalten hat in unserer Community keinen Platz.

Transfeindliche Äußerungen und diskriminierendes Verhalten können und wollen wir nicht unkommentiert lassen und sehen uns daher in der Pflicht, uns gegen die öffentlichen eindeutig transfeindlichen Äußerungen der grünen Nationalratsabgeordneten Faika El-Nagashi zu positionieren. Dass El-Nagashi nach ihrem Ausschluss von der 3. Konferenz der Eurocentralasian Lesbian* Community (EL*C) aufgrund ihrer transfeindlichen Aussagen nun als Keynote-Speakerin bei der LGB Alliance sprechen wird – einer Organisation, die so transfeindlich ist, dass sie von Global Project Against Hate and Extremism als Hate Group eingestuft wird – ist ebenso zu verurteilen, wie die Tatsache, dass El-Nagashi namentlich eine EL*C-Aktivist*in beschuldigt, an ihrem Ausschluss von der Konferenz schuld zu sein. Während sich Faika El-Nagashi als Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat freiwillig in die Öffentlichkeit stellt, nimmt sie mit ihren öffentlichen namentlichen Anschuldigungen gegenüber der ehrenamtlichen EL*C-Aktivist*in deren Gefährdung wissentlich in Kauf. Wir fordern sie hiermit auf, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass der Name der von ihr zu Unrecht beschuldigten Aktivist*in aus dem von ihr gegebenen Interview gestrichen wird. Dass dieses Interview einem offen transfeindlichen Medium gegeben wird, in dem transidente Personen prinzipiell misgendered und mit wüsten Verschwörungstheorien diffamiert werden, spricht leider eine eindeutige Sprache. Wir beobachten, wie Faika El-Nagashi in vielen kleinen Schritten weiter Brücken abbrennt, anstatt den Dialog in den vielen Gesprächsangeboten, die ihr gemacht wurden, zu suchen.

Solidarität braucht mehr als Worte

Faika El-Nagashi repräsentiert nicht die Mehrheit der lesbischen Community und schon gar nicht die der LGBTIQ-Community in Österreich. Wir sind entsetzt über ihr Verhalten und solidarisieren uns mit allen trans Menschen, insbesondere mit der von ihr angegriffenen Aktivist*in, und bedanken uns bei den Organisator*innen der EL*C für ihr klares Handeln.

Wir als Zusammenschluss mehrheitlich lesbischer Frauen wollen in den folgenden Monaten unsere Solidarität mit trans Personen nicht nur mit Worten demonstrieren. Wir starten am 22. November eine Veranstaltungsreihe, die das Thema “Inklusiver Feminismus” als Schwerpunkt hat. Auftakt ist eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion im Schikaneder-Kino. Wir bilden gemeinsam mit der lesbischen, der queeren und heterosexuellen Community, und allen anderen Verbündeten transinklusive Banden! Zeigen wir, dass wir unsere transidenten Geschwister nicht allein lassen. Vor allem wollen wir Räume schaffen, in denen wir respektvoll miteinander diskutieren, uns austauschen und bestärken können. Dies gilt also auch als Einladung zu Gesprächen, um sich weiterzubilden und offene Fragen zu klären.

Wir stehen für eine inklusive LGBTIQ-Community, in der der Kampf um Rechte und Akzeptanz erst beendet ist, wenn alle Mitglieder unserer Community alle Rechte genießen und in der gesamten Gesellschaft akzeptiert sind. Wir lassen uns nicht spalten – weder von außen, noch von innen.

Initiator*innen:

Tatjana Gabrielli (Vorsitzende der SoHo Wien)
Lisa Hermanns (LesBiFem-Referentin der HOSI Wien)
Marty Huber (Queer Base)
Ann-Sophie Otte (Obfrau der HOSI Wien)
Katharina Schöll (Sprecherin der Grünen Andersrum Wien)

Unterstützer*innen:

Denice Bourbon; Rhonda D’Vine; Katharina Kacerovsky-Strobl; Dominique Trappl; Theresa Bergthaler; Petra M. Springer / Petra Paul; Claire Kardas; Ewa Ernst-Dziedzic; Kati Tribus; Vera Huber; Nelly Lötsch; Pandora Nox; AYGYUL; Miss BunPun / Ursi Wögerer; Katta Spiel; Louise Beltzung; Sara Hassan; Gazal Köpf; Faris Cuchi Gezahegn; P. Sußner; Farah Bazant; m Horvat; Alice Möschl / Alice Moe aka Eric big Clit; Nooshin Mehrabani; Julia Tinhof; Valerie Lenk; Eva Fels; Julia Köck; Viktoria Veronese; W1ZE; Lilly Janoska; ORQOA – Oriental Queer Organization Austria; Grüne Andersrum Vorarlberg; Verein Nicht Binär (Venib); Grüne Andersrum Salzburg; Vienna Roller Derby