Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs

HOSI Wien unterstützt Regenbogenmarsch für Menschenrechte

Als im Netzwerk To Russia With Love Austria (TRWLAT) engagierte Organisation ruft die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien auf, übermorgen am Regenbogenmarsch in Wien teilzunehmen, um anlässlich des Eurovision Song Contest auf die rechtliche Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender- und intersexuellen Personen in aller Welt aufmerksam zu machen. In 76 Staaten werden einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen auch unter Erwachsenen immer noch strafrechtlich verfolgt. In fünf Staaten steht sogar die Todesstrafe* darauf.

Strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen

„Österreich liegt zwar mittlerweile in Sachen Gleichstellung und Nichtdiskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen im europäischen Spitzenfeld, und eine strafrechtliche Ungleichbehandlung homo- und heterosexueller Beziehungen würde in Europa einen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention darstellen. Global sieht es leider jedoch noch schlecht aus: Weltweit ist in mehr als einem Drittel aller Staaten Homosexualität illegal, wobei teilweise zwischen Handlungen unter Lesben und jenen unter Schwulen sowohl in Hinblick auf die Strafbarkeit als auch das Strafmaß unterschieden wird“, erklärt HOSI-Wien-Vorstandsmitglied Martina Fink.

„Wenngleich die Zahl dieser Staaten in der letzten Dekade von 92 Ländern im Jahr 2006 auf 76** im Jahr 2015 gesunken ist, kommt es selbst im 21. Jahrhundert aber immer noch zu rechtlichen Verschlechterungen für LSBT-Personen“, so Fink weiter: „2013 wurde etwa das Gesetz über das Verbot von ‚Werbung für nicht traditionelle sexuelle Beziehungen‘ für die gesamte Russische Föderation verabschiedet, und erst 2014 wurden homosexuelle Handlungen im Tschad unter Strafe gestellt. Und Brunei Darussalam plant, voraussichtlich Ende 2016 die Todesstrafe dafür einzuführen. Die Teilnahme am Regenbogenmarsch ist also ein Zeichen unserer internationalen Solidarität.“

Regenbogenmarsch für Menschenrechte

Die TeilnehmerInnen des Regenbogenmarsches sammeln sich am Donnerstag, 21. Mai 2015 ab 18 Uhr im Sigmund-Freud-Park, von wo aus sich der Demonstrationszug um 18:30 Uhr in Bewegung setzt. Der riesige Quilt des Berliner TRWLAT-Pendants Enough is Enough mit den Fahnen der Staaten, die Homosexualität immer noch kriminalisieren, soll dabei mitgetragen werden.
Die Route führt am ESC-Village vorbei, durch die Innenstadt (Freyung, Graben, Wollzeile) und endet am Stubenring mit einer Kundgebung vor dem Wirtschaftsministerium. Nach dem Regenbogenmarsch lädt die HOSI Wien in ihr Vereinslokal (Gugg, 1040 Wien, Heumühlgasse 14) zum gemeinsamen ESC-Schauen.

* Iran, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien und Sudan. Nigeria und Somalia: regionale gesetzliche Implementierung. Irak: keine gesetzliche Implementierung, Vollstreckung durch Milizen.
** Algerien, Angola, Botswana, Burundi, Kamerun, Tschad, Komoren, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Libyen, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Marokko, Namibia, Nigeria, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Somalia, Südsudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tunesien, Uganda, Sambia, Simbabwe, Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Brunei Darussalam, Gaza, Indien, Süd-Sumatra und Provinz Aceh (Indonesien), Irak, Iran, Kuwait, Libanon, Malaysia, Malediven, Myanmar, Oman, Pakistan, Katar, Saudi-Arabien, Singapur, Sri Lanka, Syrien, Turkmenistan, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan, Jemen, Antigua und Barbuda, Barbados, Belize, Dominica, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, Cookinseln, Kiribati, Nauru, Papua-Neuguinea, Samoa, Salomoninseln, Tonga, Tuvalu

Schreibe einen Kommentar