Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs


Reinhardt Brandstätter

1952 – 1992

Reinhardt BrandstätterGeboren am 25. September 1952, aufgewachsen und Matura in Linz, Medizinstudium in Graz und Wien; das ganze Leben lang für soziale Anliegen engagiert: als Mittelschüler für das Jugendrotkreuz, als Student in der Anti-AKW-Bewegung. Schon 1979 bei den allerersten Treffen dabei, die dann zur Gründung der HOSI Wien führten; bei der konstituierenden Generalversammlung im Jänner 1980 zum Vizeobmann gewählt; 1983-1991 Obmann, danach Ehrenobmann. Im Verein war Reinhardt vielseitig aktiv, besonders verdient machte er sich im politischen Lobbying und in der Medienarbeit sowie als Podiumsdiskutant. Jahrelang prägte er die Vereinsarbeit, er initiierte viele Projekte und unterstützte viele Aktivitäten. Untrennbar mit Reinhardt verbunden ist indes die AIDS-Präventionsarbeit, die in Österreich von der HOSI Wien ihren Ausgang nahm: 1983 initiierte Reinhardt die erste AIDS-Infobroschüre in Europa für schwule Männer, 1984/85 die erste größere Studie in Europa über die Prävalenz von HIV-Antikörpern bei schwulen Männern. 1985 war er Motor bei der Gründung der „Österreichischen AIDS-Hilfe“, dem Fundament, auf dem noch heute die AIDS-Präventionsarbeit im wesentlichen ruht.
Reinhardt verstarb nach langer, geduldig ertragener Krankheit am 17. April 1992. Er war bis zu seinem Tod 13 Jahre lang Lebensgefährte von HOSI-Wien-Aktivist Kurt Krickler – auf dem zweiten „Ur-Treffen“ der HOSI im Frühjahr 1979 hatten sich die beiden kennen- und lieben gelernt.