Neues Schüssel-Plakat der ÖVP: Autonome Trutschn erheben schwere Plagiatsvorwürfe

Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 25. September 2002

100.000 TeilnehmerInnen bei der Regenbogenparade am 29. Juni 2002 können das Urheberrecht bezeugen.

100.000 TeilnehmerInnen bei der Regenbogenparade am 29. Juni 2002 können das Urheberrecht bezeugen.

Als einen regelrechten Skandal bezeichnen die beiden Präsidentinnen der Autonomen Trutschn den Missbrauch ihres Wahlkampfslogans seitens der ÖVP. Die ÖVP präsentierte heute ihr erstes Wahlkampfplakat, das Wolfgang Schüssel mit dem Untertitel Wer, wenn nicht er! zeigt und eine eindeutige Kopie der Wahlplakate der Autonomen Trutschn darstellt, die mit dem Spruch Wer, wenn nicht wir gemeinsam bei den nächsten BundespräsidentInnenwahlen antreten werden!

„Die ÖVP verwendet den Wahlkampfspruch, den wir schon vor drei Monaten für unsere laufende Kampagne ‚Hofburg 2004‘ der Öffentlichkeit vorgestellt haben, und tut gerade so, als hätten sie den Spruch erfunden“, erklärt Präsidentin Marlene von D. „Wir haben unsere Kampagne unter dem Titel ‚Wer, wenn nicht wir‘ bei der heurigen Regenbogenparade am 29. Juni gestartet und haben 100.000 ZeugInnen, dass das unser Spruch ist“, ergänzt Präsidentin Einfachnur Sabine und führt weiter fort: „Wir haben geplant, diesen Spruch zu unserer zentralen Botschaft im Wahlkampf um die Hofburg 2004 zu machen, und einen Großteil unseres Wahlkampfbudgets dafür aufgewendet – wir können doch jetzt nicht alles einstampfen lassen!“

„Wir werden uns das sicher nicht gefallen lassen und fordern die ÖVP auf, die Plakate umgehend zurückzuziehen! Immerhin verfügen wir nicht über ein Wahlkampfbudget von einigen Millionen Euros. Das war ja auch der Grund, warum die Autonomen Trutschn schon so früh mit der Wahlwerbung für dieses hohe Amt begonnen haben. Aber die WählerInnen werden es der ÖVP sicher nicht danken, dass sie so einfach Sprüche klaut“, zeigt sich Marlene von D. zuversichtlich.

Auf jeden Fall werde man sich weiter um das Vertrauen des österreichischen Volkes bemühen. Das Verhalten der ÖVP sei ein Sittenbild für die politische Kultur in diesem Land.

„Die HOSI Wien teilt die Empörung der Autonomen Trutschn darüber, dass die ÖVP hier nicht nur deren geistiges Eigentum und ihre kreative Urheberinnenleistung stiehlt“, erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl, „sondern dass damit auch der Eindruck entsteht, dass sich Schüssel den Autonomen Trutschn und dem, wofür sie stehen, anbiedern möchte. Denn Trutsche kann bald jemand sein, aber autonom nicht! Wir verstehen, dass sich die Autonomen Trutschn derartige Annäherungsversuche verbieten, um nicht ins Zwielicht der ÖVP gerückt zu werden.“

Eintrag aus der Rubrik Medienaussendungen

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