Ortrun Obermann-Slupetzky

Schuld daran, dass ich Mitglied dieses wunderbaren , bunten Ensembles sein darf, ist  eigentlich Doris.

Ich war, seit ich denken kann, theateraffin. Schon als kleiner Kindergartenknirps  hatte ich meine ersten Miniauftritte als Oberkasperl in Sketches, meine ersten „ernsthafteren“ Auftritte fanden dann in diversen Schulmusicals statt, und während des Studiums ging das ein oder andere Semester für die Bühne drauf. Nach  einer gefühlten, halben Ewigkeit Bühnenabstinenz begann ich wieder die Bühne neu zu entdecken und  wie der Zufall es so wollte,  lernte ich unsere Doris auf der SOAK kennen, wo wir uns gemeinsam die Kehle aus dem Leib sangen, schauspielerten und uns die Füße wund tanzten.

Sie erzählte mir von den HOSIsters und ich war sofort neugierig. Ohne jemals live eine Produktion gesehen zu haben, beschloss ich, mich der Herausforderung zu stellen und mich zu bewerben. Wenn ich damals gewusst hätte, wie es bei einer HOSIster-Audition inklusive Vorsingen, und szenischer Improvisation zugeht, hätte ich wahrscheinlich gekniffen! Die Jury war aber gnädig und ich durfte das erste Mal in der Produktion „Aber, aber Herr Doktor“  (2010) mit von der Partie sein.

Seit damals ist an ein Aufhören nicht mehr zu denken! Ich finde es toll, was ein kleines Grüppchen an engagierten Leuten, die alle voll im Berufsleben stehen, mit limitiertem Zeitbudget, einer straffen Organisation und viel Enthusiasmus auf die Bühne stellen kann, denn die Stücke werden jedes Jahr extra geschrieben, die Choreografien und Bühnenbilder  entworfen. Es macht einfach Spaß dabei zu sein, auf kleinstem Raum auf Tuchfühlung mit dem Publikum, immer wieder in neue Charaktere zu schlüpfen und neue Facetten an sich zu entdecken, über sich und mit den anderen lachen zu können und durchaus auch mal die Grenzen des (Un)Möglichen auszuloten.

„Wenn Sie Ihr Leben genießen wollen, wahrhaft genießen, bewusst, künstlerisch, so trachten Sie, sich niemals an die neuen Umstände zu gewöhnen. Gewöhnung ist der Stumpfsinn. Leben Sie sich nicht ein, lassen Sie sich nichts selbstverständlich werden.“
Thomas Mann