Christian Högl

Ich war 18 Jahre, als ich das erste Mal im Publikum saß und voller Staunen das Geschehen auf der HOSIsters-Bühne („Traumboot“) verfolgte. Im Jahr darauf nahm ich sogar die Mama mit. Und 1989 durfte ich bereits meinen Teil zum Gelingen beitragen und mich lichttechnisch nützlich machen. Meinem Drängen, vom Platz hinter den Scheinwerfern in deren Licht wechseln zu dürfen, wurde nur zögerlich nachgegeben. Ich musste bei der gestrengen Marilyn vorsingen, war sehr aufgeregt und sang wohl bloß die eine oder andere Note richtig – notfalls würde ich bei den Chornummern bloß markieren dürfen, um die Harmonien nicht zu stören, so ihr vernichtendes Urteil. Meine erste Rolle, der Liftboy im „Rosa Rössel“, war dann auch sehr klein. Das Lampenfieber hingegen groß und mächtig. Auch wenn mir das damals nicht bewusst war, es sollte sich als gutes Training für später erweisen. (Wer öfter vor Publikum auf einer Bühne gestanden ist, kann auch bei einer Live-Diskussion im TV-Studio seinen Angstschweiß kontrollieren.)

Im Folgejahr, beim „Liebesdiamanten“, hatte mir Autor Michael die Rolle eines Affen zugedacht. Zu dem wollte ich mich denn doch nicht machen lassen und ging enttäuscht ins HOSIsters-Exil, aus dem ich drei Jahre später in einer tragenden Rolle (nämlich als Briefträger) wieder zurückkehrte. Seither bin ich der Gruppe treu geblieben und möchte die gemeinsame Arbeit an Musik, Choreografie und Schauspiel mit diesen furchtbar netten Leuten nicht missen. Es macht Spaß, im Laufe der Jahre bei sich und anderen Fortschritte zu sehen. Auch wenn es eine Laientheatergruppe ist, herrscht in vielen Bereichen eine erstaunliche Professionalität. Wir werden immer besser! Ach ja: Die Töne treffe ich zwar bis heute nicht immer richtig – aber dafür umso lauter!