HOSI Wien schockiert über ÖVP- und FPÖ-Beiträge zur Pflegeeltern-Debatte

Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 23. November 2006

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„Wir sind entsetzt über das unglaublich tiefe Niveau der Beiträge von ÖVP und FPÖ in der heutigen Debatte zu ihren fast gleichlautenden Anträgen im Wiener Landtag betreffend Pflegeelternschaft“, erklärt Bettina Nemeth, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. „Die beiden Rechtsparteien wollen mit ihren Anträgen eine Änderung des Wiener Jugendwohlfahrtsgesetzes dahingehend erreichen, dass Pflegeelternschaft in Hinkunft nur mehr für heterosexuelle Paare bzw. Einzelpersonen möglich ist. Die Begründungen einzelner Abgeordneter sind wirklich haarsträubend, sie ergehen sich in pseudowissenschaftlichen Erörterungen und bedienen verzopfte Vorurteile aus der Mottenkiste. Es ist kaum zu glauben, welche Ignoranz hier wieder zutage kommt, die zahlreichen internationalen Studien zu diesem Thema diametral widerspricht. Wir gehen davon aus, dass der Wiener Landtag diesen Anträgen eine klare Absage erteilen wird.“

ÖVP zeigt wahres Gesicht

„Dieser ÖVP-Vorstoß zeigt einmal mehr, dass sich in dieser Partei letztlich immer die reaktionären Hardliner durchsetzen“, ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. „Die liberalen Stimmen innerhalb der ÖVP wurden wieder mundtot gemacht.“ Nach dem Start der Kampagne der Gemeinde Wien Anfang November, verstärkt gleichgeschlechtliche Paare und Alleinerziehende als Pflegeeltern zu gewinnen (vgl. Aussendung vom 4. November 2006), hatte etwa ÖVP-Landtagsabgeordnete Ingrid Korosec noch erklärt, sie könne sich gleichgeschlechtliche Paare als Pflegeeltern durchaus vorstellen, dies sei besser als die Unterbringung in einem Waisenheim. „Auch das liberale Mäntelchen, das sich der Wiener ÖVP-Obmann Johannes Hahn vor Wahlen gerne umhängt, wurde gleich beim ersten Windstoß wieder weggeweht. Entlarvend!“

Eintrag aus der Rubrik Medienaussendungen

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