Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien

1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs

Amüsiert, animiert, ausgelassen: So feierte die Gesellschaft unter dem „Imperial Rainbow“

14. Regenbogenball erstmals in der Hofburg

Glanzvoller hätte die Premieren-Nacht der Lesben-, Schwulen-, Bi- und Transgender-Community in der Wiener Hofburg nicht ablaufen können:

Unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer und in Anwesenheit eines hochrangigen Ehrenkomitees mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Staatssekretär Andreas Schieder, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, den Stadträtinnen Sonja Wehsely und Sandra Frauenberger, Klubobfrau der ÖVP Wien Christine Marek, sowie Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank tanzte zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur ganz bewusst aus der Reihe. Strahlte beim 14. Regenbogenball am 12. Februar andersrum im imperialen Prunk der Habsburger-Residenz. Und setzte damit einen lautstarken Paukenschlag für Akzeptanz im frei gewählten Miteinander. Barbara Prammer: „Der Regenbogenball ist dort angekommen, wo er hingehört – ins Zentrum, in die Hofburg. Dieser Ball ist ein Statement.“

Viel Prominenz im vergnüglichen Spiel der Rollen

Gemäß der prickelnden Einladung von Staatsopern-Mezzosopranistin Sophie Marilley – sie intonierte im Frack als Prinz Orlofsky Ich lade gern mir Gäste ein und schwebte anschließend Over the rainbow – amüsierten sich neben anderen Life-Ball-Organisator Gery Keszler, die grüne Europa-Abgeordnete Ulrike Lunacek – sie führte eine Delegation aus dem Europa-Parlament mit zwei Hetero-, zwei lesbischen und drei schwulen Paaren mit unterschiedlichen Hautfarben aus insgesamt sieben Staaten an –, Lilo Wanders in spitzenbesetztem Lederkleid, eine tanzverliebte Ulli Beimpold, die strahlende Soul-Diva Dorretta Carter und Szene-Urgestein Günter Tolar bestens bis in die frühen Morgenstunden. Und kokettierten – anders als in wohlbekannter Hofburgball-Manier – vor ernstem Hintergrund mit dem Spiel der Rollen.

Erster Auftritt von Dancing Star Alfons Haider mit Partner

Allen voran Alfons Haider, dessen Auftritt ab 11. März bei Dancing Stars mit einem männlichen Tanzpartner schon im Vorfeld für unterschiedlichste Töne – in dissonanter Form vor allem von Niki Lauda – gesorgt hatte. Haider präsentierte sich beim 14. Regenbogenball erstmals mit seinem Dancing-Stars-Partner Vadim Garbuzov in der Öffentlichkeit. Und überzeugte vor dem bunt gemischten und vielfältig orientierten Publikum souverän mit Taktgefühl. Airline-Chef Lauda blieb trotz mehrmaliger Einladung dem Ball „aus familiären Gründen“ fern. In Begleitung von Dancing Stars Christine Kaufmann und Dieter Chmelar (mit Tanzpartnerin Kathrin Menzinger, der Lebensgefährtin von Vadim Garbuzov) bekräftigte Haider: „Dass der Regenbogenball den Weg vom Parkhotel Schönbrunn in die Hofburg gewagt hat, bedeutet für die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien einen großen Schritt. Diese Herausforderung unterstütze ich gerne.“

Goldrobe, Führungswechsel und Sonnenschein um Mitternacht

HOSI-Wien-Chef Christian Högl war im Glück: „Ein historisches Ereignis, ein Ball der Superlative, wir haben die Bastion Hofburg erobert.“ Den Gästen schien es ebenso. Schon die eigens vom international renommierten Bühnen- und Kostümbildner Christof Cremer (Wiener Neujahrskonzert, Volksoper Wien, Semperoper Dresden) und vom exklusiven Wiener Atelier Peter Holub/Tailors Unlimited gefertigte goldene Seidensatin-Robe der männlichen Kultdiva Lucy McEvil spiegelte den Imperial Rainbow, den die HOSI Wien quer durch die Hofburg gespannt hatte, überzeugend wider. Im Körper eng umspielenden Schrägschnittkleid im Stil der 20er- und 30er-Jahre mit einer fünf Meter langen Schleppe und „Sisi-Sternen“ als Hommage an die höfische Etikette, vor allem aber an die „aufmüpfige“ Kaiserin Elisabeth, schritt Lucy McEvil zu den Klängen des Krönungsmarsches aus der Oper Der Prophet von Giacomo Meyerbeer bei der Eröffnung durch den Festsaal. Und kommentierte fortan das „appetitliche“ Geschehen mit Witz, Esprit und Charme.

So etwa die Tanzperformance von Les Schuh Schuh, seit 2002 umjubelter Fixpunkt des Balls. Sie wirbelten gängige Rollenmuster durch Führungswechsel, PartnerInnentausch und Crossdressing ironisch mitreißend durcheinander. Doch auch das Eröffnungskomitee der Tanzschule Stanek schlüpfte – beim klassischen Donauwalzer von Johann Strauß – aus der gewohnten Bekleidungsrolle. „Alles Walzer!“ tauchte den Kaiser(walzer) dann endgültig in den farbig schimmernden Glamour des Regenbogens. Ob Dame oder Herr: Jeder und jedem stand es frei, sich ganz nach Geschmack zu gefallen – Chacun à son goût: aparte Damen im Anzug, Herren im Schottenrock, Glamourqueens in Samt und Seide boten ein besonders abwechslungsreiches und stilvolles Bild.

Punkt 24 Uhr ging über dem Regenbogen die Sonne: Katrina (ehemals Katrina and the Waves) brachte den Festsaal zum Beben: Walking on Sunshine! Die Song-Contest-Siegerin für Großbritannien 1997 – „Love Shine a Light” – und Coach bei der ORF-Show Helden von Morgen hatte sich extra im Hotel Le Méridien – „the most gay embracing hotel in Vienna“ – stilgerecht auf ihr Konzert vorbereitet. Katrina verliebte sich auf dem Regenbogenball spontan in das Publikum des Balls. Sympathie und Begeisterung, die ihr die BesucherInnen tausendfach singend zurückgaben.

Bei der Publikumsquadrille im Anschluss unter der Leitung von Wolfgang Stanek ging es schließlich wirklich drunter und drüber.

Facettenreichtum auch beim Programm – Special Smokers Lounge

Schon zuvor und ebenso danach sorgte das bestens eingespielte Orchester Divertimento Viennese im Festsaal mit einem Potpourri aus klassischer Wiener Tanzmusik, legendären Musical- und Swing-Arrangements, Hits aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren sowie leidenschaftlichen Tangos, erotischen Rumbas und feurigen Paso Dobles für Abwechslung. Im Zeremoniensaal vereinte die erfolgreiche Formation Desert Wind um Gitarrist und Komponist Eric Lary jiddische Lebenslust und -melancholie mit dem Groove des US-Jazz. Special guest war der kroatische Lesbenchor Le Zbor mit Poprock weiblich. Im Rittersaal ließ Showman José Ritmo in einer Latin-Dance-Bar die Temperamente bei Cha Cha Cha, Salsa und Merengue überschäumen. Im Forum heizte DJ L. Rock von der Szene-Disco Why Not die Stimmung in der Solid-Gold-Lounge an. Im Marmorsaal war das stimmgewaltige Comedy-Duo Illie „Liebling“ und Bart „Schatz“ mit Schnulzen aus vier Jahrhunderten – von Barock bis ABBA – an allen Ufern auf der Suche nach der Liebe. In der Imperial Smokers Lounge im Wintergarten wurde in blauem Dunst abgetanzt.

Benefiz-Nacht für unterschiedlichste Projekte

Die Glückshafen-Verlosung bot nicht nur ungewöhnliche Gewinnchancen, sondern erinnerte auch an den weiterführenden Sinn dieser Ballnacht: Der Reinerlös des Regenbogenballs 2011 kommt der Arbeit der HOSI Wien und ihren Projekten zugute. Dementsprechend stellten sich entlang des Rainbow-Boulevards unterschiedlichste Institutionen, Unternehmen und Vereine mit ihren Inhalten sowie Aktivitäten zu Diversity-Themen vor.

Der 15. Regenbogenball wird am Samstag, 11. Februar 2012 in der Wiener Hofburg stattfinden.

Rückfragehinweis und digitales Bildmaterial:
MTS – Marketing Tourismus Synergie Wien GmbH
Mail:
Gabriela Schmidle (GF) +43 664 111 41 66
Karin Mück (Presse) +43 699 10 100 282

Fotos: Jana Madzigon – www.artista.at

Weitere Fotoberichte:
http://www.hosiwien.at/regenbogenball/fotos-2011

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Autor: Christian

Obmann der HOSI Wien

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